DeutschlandEnde des 2. Jahrhunderts n. Chr. wurde vermutlich der erste Wein an Rhein und Mosel angebaut. Seit dem 6. Jahrhundert kann Weinanbau urkundlich nachgewiesen werden. Die AnbaugebieteRheingau Auf 38 km Länge wachsen hier die Trauben an überwiegend nach Süden ausgerichteten, vor kaltem Wind geschützten Rebhängen. ![]() Rüdesheimer Berg Der Rhein bietet vorteilhafte Reflexionswärme und ein ausgeglichenes Klima. Begünstigt durch eine späte Lese sind die Weine rassig und elegant. ![]() Drachenstein mit Binger Loch Vor allem für seine Rieslinge ist diese Gegend in aller Welt bekannt. Mit über 80% Flächenanteil ist diese Traube im Rheingau Spitzenreiter und wurde dort erstmals sortenrein ausgebaut. Auch kulinarisch ist der Rheingau einen Besuch wert. Veranstaltungen aller Art über das ganze Jahr verteilt, sind auch immer lukullische Ereignisse. Pfalz 1800 Sonnenstunden im Jahr verwöhnen sie mit einem Klima, in dem Zitrusfrüchte, Kiwis und Feigen gedeihen. Diese mediterrane Situation bietet auch für den Wein optimale Bedingungen. Der Weinbau hat hier lange Tradition und prägte ganz offensichtlich die Landschaftsgestaltung. ![]() Die Wachtenburg, das Wahrzeichen der Stadt Wachenheim (nahe Bad Dürkheim), wacht über die Weinstöcke Die zunehmend jungen Winzer achten verstärkt auf die Qualität ihrer Weine. Typische Pfälzer Weine sind trocken, voll und kräftig. Kulinarisch ist die Pfalz eher die Heimat der deftigen Genüsse, wobei in den letzten Jahren immer mehr Spitzenköche Pfälzer Spezialitäten für ihre Sterneküche verwenden. Jedes Jahr Ende August kann man zu Fuß oder per Fahrrad eine Weinreise von Winzer zu Winzer machen und dabei gleichzeitig die Leckereien der Region genießen. Mosel-Saar-Ruwer Während die Rieslinge an der Saar etwas geschliffener als an der Mosel wirken, haben sie an der Ruwer ein sehr feines und elegantes Bukett. Die besondere Klasse der Mosel Rieslinge ist das Hochgewächs. Seine Qualität entsteht durch einen höheren Reifegrad zum Lesezeitpunkt. ![]() DIE Moselschleife... Weitere typische Rebsorten sind der Müller-Thurgau, die sehr alte Kulturrebe Elbling sowie der Kerner. Neuzüchtungen sind Bacchus, Optima und Ortega. Viele Orte an der Mosel wie Trier oder Traben-Trabach sind beliebte Ausflugsziele. Die sog. Edelgewächsstrecke bietet mit ihren 20 km Länge Weintouristen eine ideale Genießerroute. Baden
Am bekanntesten ist der Kaiserstuhl mit seinem kraftvollen Spätburgunder und das Markgräflerland mit dem Gutedel. ![]() Ihringen am Kaiserstuhl Die Weine, beworben mit dem Slogan „von der Sonne verwöhnt“, gedeihen im einzigen deutschen Weinbaugebiet, das zur EU Weinbauzone B gehört. Damit sind höhere Ausgangsmostgewichte für die Qualitätsstufen und geringere Anreicherungsmengen verbunden. Die Bewirtschaftung erfolgt zum größten Teil durch Winzergenossenschaften.
Die RebsortenDie weißen Sorten
Die roten Sorten
Die weißen SortenRieslingFraglich ist, ob der Riesling tatsächlich aus der Wildrebe Vitis vinifera hervorgegangen ist, unzweifelhaft ist jedoch, dass sich die am Rhein beheimatete Rebe durch sorgfältige Selektion zu einer der besten der Welt entwickelt hat. Die anspruchsvolle, allerdings dickhäutige (wenig Schimmelbefall) und äußerst spätreifende Beere verlangt nach sonnigem, aber kühlem Klima und besten Lagen und Böden. So entstehen besonders elegante blassgelbe Weine mit grünlichen Reflexen oder auch goldgelbfarbene (reife Prädikatsweine), die mit ihrer rassigen Säure und dem extraktreichen, vollen Körper wie kaum ein anderer Wein die Charakteristika ihrer Lage Ausdruck verleihen. Mineralisch duften die intensiven Weine und feinfruchtig - nach Äpfeln, Pfirsichen und Zitrusfrüchten, bei hoher Reife auch nach Honig und exotischen Früchten. WeißburgunderDer Wert dieser alten Rebsorte, durch Mutation aus dem Spätburgunder entstanden, wird gerade von den deutschen Winzern neu entdeckt. Denn die auch Clevner, Pinot blanc oder – bianco genannte Rebe bringt bei guter Reife durchaus charaktervolle, eigenständige und gehaltvolle Tropfen hervor. Der von hellgelb bis grünlich glänzende, besonders klare Wein überzeugt eher mit seiner gediegenen Fülle und Rundheit als mit der weichen Säure. Das dezente, etwas zurückhaltende Bukett sollte typischerweise von einem zarten Nuss-Aroma veredelt sein. Müller-ThurgauScheurebeSilvanerAuxerrois
Die roten Sorten
SpätburgunderSchon im antiken Rom als Allobroga bekannt, ist der Spätburgunder oder auch Pinot Noir eine der ältesten und edelsten Rebsorten der Welt und Stammvater der großen Pinot-Familie (Weiss- und Grauburgunder, Chardonnay, Müllerrebe, St. Laurent und Auxerrois). Pinot Noir aus dem Rheingau
Aus den Trauben mit auffällig kleinen und vielen, dünnschaligen Beeren entstehen bei bewusst gering gehaltenen Erträgen und sorgsamer, fast ausschließlich sortenreiner Kelterung ein überaus eleganter, samtiger und tanninarmer Wein von mittlerem Purpurrot. Aromareich und fruchtig bezaubert der Spätburgunder mit seinem typischen zarten Brombeerton im Bukett DornfelderErst 1955 aus Kreuzungen an der staatlichen Versuchsanstalt für Weinbau in Württemberg entstanden, konnte der Dornfelder sich als „der“ deutsche Trendwein schnell in ganz Deutschland verbreiten und gelingt vieler Orts besser als der berühmte Spätburgunder. Tief dunkelrot bis blauviolett in der Farbe gibt er sich gerne körperreich und nachhaltig mit deutlicher, ausgeglichener Säure. Die betont fruchtigen Weine, oft mit Traubensaftaromen im Bukett, eignen sich sehr gut zum Ausbau im Barrique. PortugieserSt. LaurentSchwarzriesling
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